Multiple Sklerose - Krankheit mit 1000 Gesichtern

Shownotes

Diese Episode bietet eine kompakte Zusammenfassung des Vortrags von PD Dr. med. Robert Hoepner über Multiple Sklerose, gehalten am PharmaKey.ch Frühlings-Symposium 2026. Im Gespräch beleuchten zwei Apotheker aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Ursachen, Diagnostik und modernen Therapiestrategien. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der praxisnahen Beratung und der zentralen Rolle der Apotheke bei der Betreuung von MS-Patienten.

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00:00:09: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Fach-Podcasts für die Apotheke.

00:00:14: Mein Name ist Helmut, heute beschäftigen wir uns mit einem Thema das in unserem Berufsalltag omnipräsent isst – Die Multiples Clairose!

00:00:23: Carla du warst am XXIII.

00:00:25: März, für uns am Pharmakie Frühlingssymposium in der Bernexpo in Bern und hast den Vortrag von Privatduzent Doktor Methe Robert Hüppner aus Bern gehört.

00:00:37: Er nannte die MS, die Krankheit mit tausend Gesichtern.

00:00:41: Was ist hängen geblieben?

00:00:43: Dr.

00:00:43: Höpner hat direkt zu Beginn des Vortrags betont wie zentral unsere Rolle in der Apotheke ist.

00:00:50: In einem Gesundheitssystem, indem das Personal in den Kliniken oft wechselt sind wir die stabile und kompetente Konstante für die Patienten.

00:00:59: Allein am Inselspital in Bern werden derzeit rund ein Taunten Achthundert MS-Patienten betreut.

00:01:05: Das zeigt die Dimension.

00:01:07: Wie sieht es denn aktuell mit der epidemiologischen Lage und der generellen Prognose der MS aus?

00:01:13: Hat sich da viel verändert?

00:01:15: Absolut!

00:01:16: Weltweit sind über zwei Komma fünf Millionen Menschen betroffen, in der Schweiz etwa fünfzehntausend.

00:01:23: Interessant ist der demografische Wandel – während die Diagnose meist im Alter zwischen zwanzig-und vierzig Jahren gestellt wird, ist heute bereits die Hälfte der Betroffenen über fünfzig Jahre alt.

00:01:35: MS ist heute extrem gut behandelbar.

00:01:38: Eine normale Lebensplanung mit Beruf und Familie, ist für die Betroffenen absolut realistisch.

00:01:44: Blicken wir auf die Auslöser der MS – was sagt die aktuelle Wissenschaft zu den Ursachen-und Risikofaktoren?

00:01:52: Es ist ein multifaktorielles Geschehen!

00:01:54: Die Genetik spielt zwar eine Rolle, ist klinisch für die Nachkommen aber meist vernachlässigbar.

00:02:00: Ein relevanter Faktor ist jedoch das Epstein-Barr-Virus.

00:02:04: Wer in der Jugend ein symptomatisches pfeifersches Drüsenfieber durchgemacht hat, trägt ein fünftigfach erhöhtes Risiko später an MS zu erkranken.

00:02:13: Dazu kommen Lifestyle-Faktoren.

00:02:15: Rauchen und kindliche Adipositas sind beispielsweise signifikante Treiber.

00:02:20: Dr.

00:02:21: Hübner betonte, dass eine Gewichtsreduktion die Mobilität der Betroffenen deutlich steigern kann.

00:02:27: Und welche Rolle spielt Vitamin D?

00:02:28: Ein

00:02:30: wichtiger Punkt – ein Mangel korreliert mit einer höheren Inzidenz und einer verlangsamten Krankheitsaktivität.

00:02:37: Empfohlen werden oft zweitausend Einheiten pro Tag, aber Vorsicht!

00:02:42: Dr.

00:02:42: Höppner hat ausdrücklich vor dem sogenannten Coimbra-Protokoll gewarnt bei dem Ultrahochdosen von Vitamin D eingenommen werden.

00:02:50: Das ist toxisch und schädig die Nieren ohne einen Zusatznutzen für das Immunsystem zu bieten.

00:02:56: Es gibt da einen Sättigungseffekt.

00:02:58: Mehr hilft nicht mehr.

00:03:07: Genau, eine wesentliche Neuerung ist dass der Sehnerv nun offiziell als fünfte Lokalisation in die Kriterien integriert wurde um eine räumliche Dissemination nachzuweisen.

00:03:18: Technisch ist man in Bern sehr weit.

00:03:21: Mit dem Siebentesler MRT suchen sie nach dem Central Vine Sign, wenn man im Zentrum einer Lesion eine Vene sieht erhöht das die diagnostische Sicherheit massiv.

00:03:32: Im Lekor wird zudem nach oligoclonalen Banden oder Kappaleichtketten gesucht um die chronische Entzündung zu belegen.

00:03:41: Dr.

00:03:41: Höpner hat in seinem Vortrag eine Fallvenierte zur Optikus Neuritis vorgestellt.

00:03:46: Was hat diese Erkrankung des Sehnervs mit einer MS zu tun und wie kann sie in der Apotheke erkannt werden?

00:03:53: Wenn ein Kunde in der apotheke über Milchglas sehen, Schmerzen bei Augenbewegungen oder eine neu aufgetretene Rot-Grünschwäche klagt sollte dies sofort ärztlich abgeklärt werden.

00:04:04: Es könnte ein Frühsymptom einer MS sein!

00:04:07: Wenn die Diagnose steht, wie sieht die aktuelle Therapiestrategie bei einer MS aus?

00:04:13: Man wartet nicht mehr ab.

00:04:14: Das Ziel ist, eine MS frühzeitig zu behandeln um Behinderungen präventiv zu verhindern.

00:04:21: Es geht darum die Arbeitsfähigkeit bis zum Rentenalter zu erhalten.

00:04:26: Und wie sieht das konkret medikamentös aus?

00:04:28: Bei einem akuten Schub gibt man klassisch eins Gramm Methylprednisolon intravenös über drei bis fünf Tage.

00:04:36: Bei Bedarf wird auf zwei Gramm eskaliert oder eine Plasmaferese durchgeführt.

00:04:41: In der Langzeittherapie der MS werden Immuntherapien angewendet, wir haben heute über zwanzig zugelassene Wirkstoffe.

00:04:48: das häufig angewendete Tereflonomid beispielsweise senkt die Schubrate auf etwa einen Schub alle zehn Jahre.

00:04:56: Unter gewissen MS-Medikamenten können ja diese lebensbedrohlichen Leukencephalopatin auftreten.

00:05:02: Wurde darüber im Vortrag gesprochen?

00:05:04: Ja, unter Natalizumab also Tysabri beispielsweise wurden Fälle von progressiven multifokalen Leukencephalopathien beobachtet.

00:05:14: Diese ZNS-Erkrankung wird bei immungeschwächten Personen durch das Jc-Virus ausgelöst.

00:05:20: Das Risiko wird heute durch ein striktes Monitoring des Jc-Virus-Antikörperindex minimiert.

00:05:26: Steigt dieser Index, wird frühzeitig auf B-Zell depletierende Therapien wie Okrelizumab umgestellt.

00:05:33: Das System funktioniert?

00:05:34: Im Kanton Bern gab es seit Jahrzehnten keinen einzigen PML Fall mehr!

00:05:40: Gab es im Vortrag auch einen Ausblick in die Zukunft – was ist mit dem Epsteinbarvirus das du vorhin erwähnt

00:05:46: hast?!

00:05:47: Das ist ein großer Hoffnungsträger.

00:05:50: Aktuell laufen Studien zu mRNA-Impfstoffen gegen das Epstein-Barr-Virus, die Vision ist, die MS durch die Verhinderung der Primärinfektion langfristig quasi auszurotten!

00:06:02: Und noch eine letzte Frage zum Schluss – was können Apothekerinnen und Apothekern den MS betroffenen weiter mit auf den Weg geben?

00:06:10: Ganz wichtig sind gute Tipps zum Vertiegmanagement.

00:06:14: Die Fatigue ist ein häufiges und belastendes Symptom bei der MS.

00:06:19: Und es ist wichtig, Energien optimal einzusetzen.

00:06:22: Regelmäßige sportliche Aktivität – und eine gute Schlafhygiene können unterstützend sein!

00:06:42: im On-Demand-Angebot vom Frühlings-Symposium.

00:06:47: Am Frühlings Symposium, das im März, live zum Thema Kopf und Krise, Facetten neurologischer und psychischer Gesundheit stattgefunden hat wurden alle Vorträge aus dem Hauptprogramm aufgezeichnet und stehen on demand zur Verfügung.

00:07:04: Ergänzend mit der dazugehörigen Lernkontrolle ist dieses Bildungsangebot mit fünfzig FPH Punkten akkreditiert als Fortbildung für Offizienpharma-Zi, Fähigkeitsausweis FPH, Anamnese in der Grundversorgung, Spitalpharma ZI und klinische Pharma ZII.

00:07:22: Bis zum nächsten Mal!

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